Die Kräuterheilkunde

Kräuterheilkunde

Nicht umsonst gibt es das alte Sprichwort: "Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen"!

Meist wird die Kräuterheilkunde aus der Hausapotheke zur Selbstbehandlung herangezogen. Durch die richtige Zubereitung der verschiedenen Heilkräuter zu Tees, Bäder, Umschläge oder zu Inhalationen kann man erfolgreich diverse Krankheiten bekämpfen. Diese Art der Hausapotheke sollte man aber nur bei leichten Symtpomen anwenden, bei langanhaltender Symptomatik unbedingt den Arzt aufsuchen.

 

 

Anis:
Dieses süße und aromatische Kraut ist eng mit Kümmel und Fenchel verwand und stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet und Vorderasien.
Verwendung: Als Tee entfaltet der Anis die wohltuende Wirkung auf Magen und Darm.

Baldrian:
Baldrian gehört zu den heimischen Wildkräutern und wird als Heilpflanze verwendet. Es wächst an Bachufern, Waldrändern und feuchten Wiesen.
Verwendung: Baldrian wird als heilkräftiger Tee getrunken. Er ist beruhigend, antidepressiv und krampflösend

Beifuß:
In Europa ist Beifuß heimisch und man findet ihn oft als "Unkraut" an Wegrändern. Durch die nahe Verwandschaft zum Wermut wird er auch als Wilder Wermut bezeichnet.
Verwendung: Die Blätter des Beifuß ergeben einen verdauungsfördernten und krampflösenden Tee.

Engelwurz:
Früher war der Engelwurz sehr verbreitet und dufte früher in keinem Klostergarten fehlen.
Verwendung: Die komplette Pflanze ist hoch aromatisch und anisartig, die enthaltenen Bitterstoffe regen die Verdauung an. Engelwurz wird traditionell in vielen Kräuterbittern zugesetzt oder als Tee genossen.

Fenchel:
Die nahe Verwandschaft mit dem Dill erkennt man beim Fenchel sofort an dem federartigen Laub. Fenchel stammt aus Vorderasien und den Mittelmeerländern.
Verwendung:Die Samen des Fenchel ergeben bei Husten und vorallem bei Blähungen einen wirksamen Tee.

Indianernesse:
Schon von den Ureinwohnern Nordamerikas wurde die Indianernessel als Duft-, Tee- und Heilpflanze genutzt. In Deutschland ist die Indianernessel auch als Goldnessel bekannt.
Verwendung: Ein Indianernesseltee wirkt stark schleimlösend und fiebersenkend.

Johanniskraut:
Das Johanniskraut ist in Europa und Asien heimisch und ist eine uralte, wertvolle Heilpflanze.
Verwendung: Ein Tee aus den Blüten und den Blättern der Pflanze hilft gegen Nervosität, Schlafstörungen, Unruhe und Verstimmungen. Als Öl kann man Johanniskraut auch zur Wundheilförderung bei Verbrennungen und Schürfungen gut einsetzen, aber ACHTUNG: durch das Öl wird die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht!

Kamille:
Ursprünglich stammt die Kamille aus Südeuropa und darf in keinem Kräutergarten fehlen. Die Kamille gibt es in vielen verschiedenen fast gleichaussehenden Arten. Die echte Kamille erkennt man an den hohlen Blütenböden.
Verwendung: Die Blüten der Kamille enthalten viele ätherische Öle und das Inhalieren dieser Dämpfe hilft bei Erkältungen und ist ein wirksames Mittel gegen Reizhusten. Als Tee aufgegossen wirkt Kamille krampflösend, entzündungshemmend, antibakteriell und hilft bei Magen-Darm Beschwerden.

Kerbel:
Der Kerbel ist mit der Petersilie und den Möhren verwandt und die Heimat des filigranen Krautes ist Südeuropa. Es gibt wie bei der Petersilie glatt- und krausblättrige Sorten.
Verwendung: Den Kerbel sollte man immer frisch verwenden, niemals mitkochen, dann wirkt er blutreinigend und harntreibend.

Knoblauch:
Der Knoblauch hat seine Heimat wohl ursprünglich in Zentralasien ist aber mittlerweile in der ganzen Welt heimisch. Die Knolle des Knoblauchs gehört zu den ältesten Gewürz- und Heilpflanzen.
Verwendung: Knoblauch wirkt als Heilpflanze gegen Bluthochdruck und Aterienverkalkung, ausserdem regt er den Appetit und die Verdauung an.

Kresse:
Es gibt viele verschiedene Arten von Kresse aber am bekanntesten ist wohl die Gartenkresse, aber auch die Wild wachsende Brunnenkresse die an sauberen Bächen und Flüssen zu finden ist ist sehr beliebt.
Verwendung: Kresse gilt wegen ihres hohen Mineralsoff und Vitamingehalts seit jeher als Heilpflanze, wirkt zudem appetit anregend und harntreibend. Kresse schmeckt am besten als Würze in Salaten oder Suppen.

Kümmel:
Als Heil- und Würzpflanze ist Kümmel schon sehr lang bekannt - schon in der Antike haben die Römer den Geschmack und die Heildende Wirkung zu schätzen gewusst.
Verwendung: Kümmel wirkt stark krampflösend und verdauungsfördernd. Leicht zerstossene Körner als Tee aufgegossen genießen.
 

 

Zubereitung

Verabreichung von Heilkräutern und Heilpflanzen:

 

Tee

Heilkräuter zubereiten

2-3 Esslöffel Tee in 1/2 Liter kaltem Wasser ca. 10 Minuten stehen lassen, danach aufkochen, 5 - 10 Minuten ziehen lassen und abgießen.

2-3 Esslöffel Tee mit 1/2 Liter kochendem Wasser aufgießen und 5 - 10 Minuten ziehen lassen, danach abgießen.

 

Gurgellösung und Mundspülung

Zum Gurgeln und Mundspülen werden erkaltete Kräuter-Tees genommen. (zb. Kamille, Pfefferminze oder Salbei) Unbedingt darauf achten das der Tee ungesüßt ist. Die Behandlungsdauer von Mund- und Rachenerkrankungen durch Kräutertees muss über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.

 

Waschung

Zu einer Waschung werden Kräuteraufgüsse verwendet. Hierfür nimmt man ein sauberes Baumwolltuch und tränkt dieses mit lauwarmen Kräutertee. Die zu behandelnden Stellen sollten mit leicht kreisenden Bewegungen mit der kräuterlösung eingerieben und massiert werden. (zb. mit Arnika, Kamille)

 

Bäder

Heilbäder werden wie folgt vorbereitet: für eiin Vollbad ca. 150 gr des Heilkrautes nehmen und mit 2 Litern siedendem Wasser übergießen. 2 Stunden leicht köcheln lassen - danach den Kräutersud in das Vollbad geben. Die Wassertemperatur sollte zwischen 38-40°Grad betragen. Nicht länger als 20 Minuten baden - danach ist Bettruhe empfohlen. Bei Teilbädern entsprechend weniger Kräuter verwenden. (Geignete Kräuter für Bäder sind: Thymian, Eykalyptus, Pfefferminze)

 

Inhalation

InhalationFür die Inhalation mit Heilkäutern braucht man eine stärkere Konzentration der Heilessenzen. Hierfür sollte man eine Hand voll Kräuter mit 1/2 Liter Wasser übergießen und aufkochen. Die aufsteigenden Dämpfe durch Mund und Nase einatmen. Am besten geht dies wenn man sich ein Handtuch über den Kopf legt und sich über die Schüssel / Topf mit dem Kräuteraufguss beugt.