Inkontinenz: Ursachen und Therapie

Definition von Inkontinenz

Inkontinenz bezeichnet allgemein die Unfähigkeit etwas zurückzuhalten. Es gibt verschiedene Formen von Inkontinenz. Die bekannteste und auch häufigste Form ist die Harninkontinenz, auch Urininkontinenz genannt (unfreilliger Urinverlust). Weniger bekannt und verbrietet sind dagegen die Stuhlinkontinenz oder Darminkontinenz (Einkoten) und die Milchinkontinenz. Außerdem gibt es die affektive Inkontinenz (unkontrollierte Gefühlsausbrüche) und die verbale Inkontinenz (unkontrollierte, sinnlose verbale Äußerungen).

Ursachen von Harninkontinenz / Urininkontinenz

tropfender Wasserhahn

In Deutschland leiden etwa sechs bis acht Millionen Menschen unter Harninkontinenz, vor allem Frauen über 50 sind von der Harninkontinenz betroffen. Schätzungen zufolge sucht nur etwa die Hälfte der Betroffenen einen Arzt auf. Urininkontinenz hat viele verschiedene Ursachen. Neben unterschiedlichen Einstufungen, je nachdem wie häufig es zu unkontrolliertem Urinverlust kommt (selten, gelegentlich, häufig), werden je nach Ursache und Form verschiedene Formen der Harninkontinenz unterschieden. So gibt es beispielsweise die Belastungs-Inkontinenz, auch Stressinkontinenz genannt, die Dranginkontinenz, die Überlauf-Inkontinenz oder die Reflex- Inkontinenz. Allgemein wird zwischen einer aktiven Harninkontinenz und einer passiven Harninkontinenz unterschieden. Während bei der passiven Inkontinenz eine Störung oder Schwäche der Beckenbodenmuskulatur und des inneren Blasenschließmuskels vorliegt, beruht die aktive Harninkontinenz auf einer Fehlfunktion der Blasenmuskulatur, die sich unwillkürlich zusammenzieht und damit eine plötzliche Entleerung der Blase verursacht.

Therapie von Inkontinenz

Tropfen auf einem BlattDie Therapie der Urininkontinenz verfolgt verschiedene Ansatzpunkte. Die Behandlung von Urininkontinenz beschränkt sich nicht auf Produkte wie Einlagen oder Schutzhosen, die schnelle und praktische Hilfe versprechen und die für Hygiene und die Teilnahme am Sozialleben sehr hilfreich sind. Urininkontinenz kann sowohl medikamentös als auch mit medizintechnischen Hilfsmitteln behandelt werden, eine weitere Behandlungsoption von Urininkontinenz sind minimalinvasive Eingriffe. Nicht zu vernachlässigen bei der Behandlung von Inkontinenz sind Beckenbodentraining und Psychotherapie. Insbesondere bei der Dranginkontinenz und bei der Stressinkontinenz können hiermit gute Erfolge erzielt werden.